



Wer Sudan hört, denkt meistens zunächst an die westsudanesische Provinz Darfur. Dort herrscht seit einigen Jahren Bürgerkrieg zwischen schwarz- afrikanischen Völkern und arabischstämmigen Völkern – beides Muslime. Dabei überfallen immer wieder Reitermilizen Dörfer, brennen alle Häuser nieder und bringen alle um, die nicht rechtzeitig fliehen können.
Doch bis zum Januar 2005 gab es den wohl längsten Bürgerkrieg, der – mit Unterbrechungen – seit 1955, dem Jahr vor der Unabhängigkeit des Sudan von Großbritannien, tobt. Man schätzt über zwei Millionen Opfer, unzählige Vertriebene, Witwen und Waisen. Hier kämpfte die Regierung gemeinsam mit islamistischen Milizen gegen die vorwiegend christliche bzw. animistische Bevölkerung im Süden, um auch dort die Sharia, das islamische Recht, einzuführen. Doch dieser Krieg blieb in den Medien, und damit in der Weltöffentlichkeit, weitgehend unbeachtet.
Als im Januar 2005 nun endlich ein Friedensabkommen zwischen der südsudanesichen Befreiungsorganisation SPLM und der islamistischen Regierung in Khartum unterzeichnet wurde, nahmen das nur sehr wenige wahr.
Dieser Konflikt hatte seine Wurzeln schon in der Politik der ehemaligen Besatzungsmacht. Die britische Regierung dachte damals, man könnte die Konflikte zwischen muslimischen und christlichen Völkern klein halten, indem man sie ethnisch trennt – Christen im Süden und Moslems im Norden.
Doch woran damals noch niemand dachte: Im Grenzgebiet zwischen beiden Landesteilen liegen reiche Ölvorkommen. Eigentlich könnte der Sudan ein wohlhabendes Land sein. Doch die Regierung verwendete die wenigen Einnahmen nur zur militärischen Aufrüstung.
Und der Süden ist nach den Jahrzehnten des Bürgerkriegs ohnehin in einem Steinzeitzustand. Es gibt kaum funktionierende Straßen, keine Elektrizität und keine Telekommunikationseinrichtungen. Wo einstmals Häuser aus Stein standen, findet man nur noch Ruinen.
Leider haben sich diese Unruhen 2006 wieder sehr verschärft – aktuelle Informationen finden Sie hier.
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